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Kuhn sieht Märkte der Zukunft grün

Misstraut der Abwrackprämie: der Grüne Fritz Kuhn. Foto: Staufenpress

Fraktionschef der Grünen war in Uhingen
 
Mit grünen Ideen ließen sich mindestens eine Million Arbeitsplätze schaffen, meint Fritz Kuhn. Der Fraktionschef der Grünen sprach in Uhingen.
HANS STEINHERR

 

Uhingen  "Die Finanzkrise ist noch nicht zu Ende", mahnt Fritz Kuhn. "Es wird noch immer nach den alten Regeln gespielt." Zwar spanne die Regierung mit ihrer Politik und mit 500 Milliarden Euro einen Rettungsschirm über den Banken auf, doch an klare Auflagen würden sie diese dabei nicht binden. So könne die Krise nicht gemeistert werden. Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag machte den gut 100 Zuhörern, die am Donnerstagabend ins Uhinger Uditorium gekommen waren, da keine Hoffnung. Und wenn traditionelle Branchen - wie die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft - nicht rasch den Klima- und Umweltschutz zur Grundlage ihres Handelns machten, werde es in der Zukunft schlecht um sie stehen. Abwrackprämie und Konjunkturpakete seien keine nachhaltigen Hilfsmaßnahmen.
 
Fritz Kuhn war nach Uhingen gekommen, um darüber zu sprechen, wie Zukunft nach Finanz- und Wirtschaftskrise und mit Hilfe grüner Politik aussehen und gestaltet werden könne. Anscheinend hatten die Grünen selbst nicht mit soviel Zuhörerinteresse gerechnet. Kurzfristig musste schnell noch im Uditorium vom kleinen in den großen Saal mit mehr Sitzgelegenheiten umgezogen werden. "Die Märkte der Zukunft sind grün", erklärte Kuhn. Ökologie und Ökonomie müssten fester miteinander verbunden werden. Er schlug einen "Green New Deal" vor. Das schaffe Verlässlichkeit und - vorsichtig gerechnet - mindestens eine Million neuer Arbeitsplätze innerhalb von vier Jahren. Eine Dreiviertelstunde lang sprach der Grünen-Politiker. "Verkehrs- und Energiepolitik sind gemeinsam zu betrachten", sagte er und wer den Versprechungen zu Steuersenkungen Glauben schenke, falle auf "die größte Mogelpackung aller Zeiten herein." Auch das, "was bei Opel rauskam", sei nichts anderes. Das Risiko läge voll beim Staat. Keiner der widersprechen wollte.


Was Kuhn sagte, kam an, wirkte meist überzeugend, war rhetorisch gewandt. Polemik vermied er weitestgehend, was ihn noch glaubwürdiger machte. Auch wenn er glaubte, sagen zu müssen: "Obama ist kein Schwarzer sondern ein Grüner". In den anschließenden anderthalb Stunden Diskussion kam nur einmal vorsichtig Kritik auf. Als jemand zum Thema Rente meinte, die heutige Negativentwicklung habe damals die rot-grüne Regierungspolitik auf den Weg gebracht.

 

Erscheinungsdatum: Samstag 27.06.2009 (zur NWZ...)

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