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Grüne Politik im blauen Anzug

Signierte eifrig sein Buch: Tübingens OB Boris Palmer. Foto: Benjamin Decker

Tübingens OB Boris Palmer in Geislingen
 
Am Mittwochabend hat der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen in der Geislinger Stadtbücherei ein Buch vorgestellt. Der prominente Grüne Boris Palmer las aus "Eine Stadt macht blau".

 

GUNTHER VERHEYEN

 

Geislingen  Der 37-jährige Grünen-Politiker Boris Palmer, Sohn des "Remstal-Rebellen" Helmut Palmer, kam als Gast der Grün-Alternativen Liste nach Geislingen, um ein Buch zu präsentieren, das er vor einigen Monaten veröffentlicht hat: "Eine Stadt macht blau. Politik im Klimawandel - das Tübinger Modell". Büchereileiter Benjamin Decker begrüßte die 25 Gäste, unter ihnen Geislingens Oberbürgermeister Wolfgang Amann und GAL-Stadtrat Bernhard Lehle als Gastgeber.
 
Bevor Palmer sein Buch vorstellte, ging er, sich selbst verhohnepiepelnd, auf sein Markenzeichen ein: einen leuchtend blauen Anzug, der der Kleidertruhe eines bejahrten Hobbymafioso entnommen schien und OB Amann die Bemerkung entlockte, Palmer habe ihn wohl im Geislinger Diakonieladen erworben. Die selbstironische Eröffnung diente als Überleitung zum Thema des Abends, ist doch blau die Leitfarbe für die Klimaschutzkampagne, die Palmer, seit 2006 OB in der traditionsreichen schwäbischen Universitätsstadt, ins Leben rief.

 

Das Ziel dieser "Mitmachkampagne", die auf das Sparen von Energie und von Geld setzt, ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Um möglichst viele Einwohner zur Nachahmung anzuregen und zu Energiesparern werden zu lassen, leitete Palmer in Tübingen eine Energiewende ein, indem er die städtischen Einrichtungen auf "sauberen" Strom aus Wasserkraft umsteigen ließ und die Wärmedämmung öffentlicher Gebäude forcierte. Außerdem förderte er energiesparende Heizungspumpen und das Heizen mit Abwasser.
 
Palmers Vortrag wurde immer wieder von Zitaten aus seinem Buch, heiteren Anekdoten und Zwischenfragen unterbrochen. Die bevorstehende Bundestagswahl war überhaupt kein Thema. Bis zum Schluss sparte sich Palmer als versierter Redner Erläuterungen zu seiner umstrittenen Entscheidung auf, anstelle eines PS-starken schwäbischen Fabrikats ein sparsames und schadstoffarmes japanisches Hybridauto zu seinem Dienstauto zu machen.

 

Erscheinungsdatum: Freitag 25.09.2009 (zur GZ...)